Wohnen mit Kindern: Kleine Ecken für sich selber gestalten

Zusammenarbeit mit Posterlounge

Mit den Kindern kam sie, die Schwemme an Zeug, die meinen Wohnraum flutete. Erst spülte sie nur herzige Babyspielsachen rein, die ich locker in den noch fast leeren Schränken verstauen konnte. Zudem freute ich mich wahnsinnig, meinen Wohnraum mit Kindern zu teilen und alles, was mich daran erinnerte, eine Mama zu sein, liess mein Herz hüpfen.

Doch mit jedem Geburtstag und jeder Weihnachten, mit jedem Lebensjahr und jedem weiteren Kind, wurde das Spielzeug mehr und es wurde grösser. Grösser wurde auch der Platzbedarf an Alltagsgegenständen und Kleidung.

Inzwischen haben mein Mann und ich uns zu einem kleinen Logistikunternehmen gemausert, das über drei Stockwerke hinweg Ware transportiert und ihren Zielorten zuführt.

Schuhe und Jacken und sowieso Kleidung aller Art sind unser Hauptzweig, daneben vertreiben wir Esswaren und Spielwaren. Nicht zu vergessen: Volle Windeln, welche wir mit präzisierter Wurftechnik über mehrere Ecken und Wände ihrer Zieldestination zuführen können.

Zudem profitieren wir mit unseren neuen Hausbewohnern auch von deren künstlerischen Begabungen. Strichmännchen, die einen auf Schranktüren angrinsen. Mit Permanentmarker verzierte Autotüren und Kühlerhaube. Oder kürzlich, während des Bilderaufhängens, fühlte sich ein Mitbewohner gedrängt, mein neues Tischchen mit einem spitzen Nagel als seines zu brandmarken und ritzte gleich den Namen auf die Oberfläche.

Auch was die Lautstärke angeht, können wir nicht klagen. Neu sind wir am oberen Ende der erträglichen Dezibelskala angelangt.

Ruhe und Runterfahren sind Dinge, die es im Rahmen unserer Wohnsituation nicht zwingend mehr gibt. Party all day and night long. Wollten wir das nicht früher alle?

Kaffitrinken in Ruhe – manchmal ruhiger, manchmal weniger ruhig. Manchmal mag ich diese Kuschelattacken nicht so. Manchmal freu ich mich trotz offizieller Mittagsruhe darüber. Bilder von Posterlounge, Pflanzen von Feey und Fotos von Corinne Gygax.

Obwohl ich mich zusehends bedrängt fühlte von der Tatsache, dass andere meinen Wohnraum einnehmen, habe ich versucht, ein gewisses Mass an Ordnung aufrecht zu erhalten. Mich gegen die zumüllenden und chaotischen Kräfte gewehrt, indem ich räumte, einräumte, putzte und polierte.

Doch bereits beim dritten Kind zeichnete sich ab, dass die Elternfront in ihrer ursprünglich geplanten Linie nicht mehr lange bestehen wird. Und jetzt, ein Jahr mit dem vierten, ist sie gebrochen. Jetzt haben auch wir zeitweise Spielzeug in den offiziellen Wohnräumen rumstehen. Während mehrerer Tage.

Das kostet mich was.

Spielzeug sieht nämlich immer schrecklich aus.

Es ist meist farbig.

Es besteht meist aus ganz vielen Teilen, die sich über weite Strecken im ganzen Wohnraum verteilen.

Es macht Lärm.

Es steht im Weg.

Es ist häufig Auslöser für Streit.

Es geht nicht mehr wieder von selbst retour in die Spielkiste.

Ich könnte nonstop aufräumen, damit ich mich in meinen eigenen vier Wänden wohl fühle. Das Gefühl habe, hier zuhause zu sein.

Und weil ich – würde ich das machen – mich nie nie mehr hinsetzen und einen Kaffee trinken könnte, trinke ich meinen Kaffee zuweilen mit Sicht auf Legobauten und Hütten aus meinen Lieblingskissen, Decken und meinen Vorhängen.

Trotzdem.

Ich schaffe sie mir, die kleinen Ecken, die immer noch nur mir – oder nur uns als Eltern gehören.

Tropische Blumen von Posterlounge – und bisschen lebende Pflanze dank Feey. Die ist übrigens – wie alle Pflanzen im Wohnzimmer – gänzlich ungiftig. Nur, falls die Kinder auf die Idee kämen, daraus Salat zu machen. | Bilder: Corinne Gygax

Ecken, in denen ich die Deko meiner Kinder abräume und nur meine stehen lasse. Aus denen ich Spielzeug prioritär und zu jeder Tages- und Nachtzeit wegtransportiere. Die ich vehement und auch lautstark verteidige.

NEIN, weder meine Bettdecke noch mein Kopfkissen dürfen als Material für Bauten oder Zirkusnummern benutzt werden!

Das Schlafzimmer gehört uns. Und zwar so lange, bis irgendeiner nach Mitternacht trümmlig dahergetäppelt kommt und sich in schlafwandlerischer Manier direkt auf unser erweitertes Ehebett schmeisst.

Spielküchen, Hütten, Duplo- oder sonstige Bauten, Zirkusmanegen und Parcours werden nach wie vor nur zur temporären Verweildauer in den Hauptwohnräumen geduldet. Ich will auch kein Spielzeug in der Küche, es reicht mir, wenn ich nachts in Schlafzimmern darauf rumtrete.

Dekoration, die ich aufstelle, ist nicht bespielbar. Okee, in der Glaslaterne dürft ihr meinetwegen kurz die Duplotiere beherbergen…

Die ‘Elternfront’ oder die Linie, die MEINEN Wohnbereich markiert, sie ist immer kürzer geworden. Hie und da ein Schlenker. Immer wieder viel Kompromisse.

Manchmal sehne ich mich beim Aufräumen und Putzen danach, einen Wohnraum zu haben, der nur mir gehört. Den ich nach meinem Gusto einrichten kann, den niemanden torpediert oder ungefragt einnimmt. Der clean ist, auch am Ende des Tages noch.

Kaffeepause zwischen Mittag und Nachmittag. Eine heilige Zeit, die wie meine kleinen Ecken, nur mir gehört. Eigentlich… | Bilder: Corinne Gygax
Hier eine Ecke, die ich so gerne anschaue. Meerliebe, Balance und viel Frieden – die Bilder sind alle von Posterlounge, ich habe sie euch gleich in dieser Bildlegende verlinkt.
Auch hier regiert Erwachsenenästhetik. Le jour formidable en français und das ‘vie en or‘.
Wohnen mit Kindern. Diese Ecke gehört vor allem mir. Erwachsenen-Ästhetik dank Posterlounge – man kann sich auch an Wänden Raum für sich selber schaffen! Und: Bisschen Oasenfeeling dank Feey. | Fotos: Corinne Gygax

Manchmal sehne ich mich danach, einen Wohnraum zu haben, der nur mir gehört. Doch dann erinnere ich mich wieder daran, WER meinen Wohnraum einnimmt. Mit wem ich ihn teile. Mit den Leuten nämlich, mit denen ich so gut wie alles geteilt habe. Stresshormone included.

Und wenn ich ihn mal nicht mehr teilen muss, sind eben auch genau die Leute nicht mehr da, die ich so fest liebe.

Also umarme ich das Chaos. Entferne die Duplotiere Tage später nicht grollend, sondern mit einem Herzensseufzer aus der Glaslaterne. Staple meine Kataloge und Bücher immer wieder aufs Neue. Denke beim Anblick einer zerschlissenen Seite nicht an etwas, das kaputt ist. Sondern an die Seele meines Sohnes, der dieses Buch so fest liebt, dass es inzwischen öppe ähnlich aussieht, wie sein weltallerliebstes Stofftier. Und das will schliesslich was heissen.

Tipps: Schaffe dir Raum

Aktuell verbringe ich die meiste Zeit meines Lebens in unseren vier Wänden. Und genau so wie bei vielen anderen Bereichen, stellt sich auch hier die Frage nach der Vereinbarkeit: Wie kann ich Kinder haben und mir trotzdem Raum schaffen, so dass ich mich in unserem Familiensetting wohl fühle?

Folgendes habe ich für mich festgestellt:

  • Halte an deinen Must’s fest. Es gibt Dinge, die gehören einfach dir. Verteidige sie jederzeit und vehement.
  • Lege ab und zu einen «Alles-zurück-an-seinen-Platz»-Tag ein, in dem du/ihr konsequent alle Dinge, auf die du in eurem Wohnraum triffst, an ihren ursprünglichen Platz zurück beförderst.
  • Räume immer wieder kleine Ecken leer oder auf. Dekoriere sie neu.
  • Stelle Blumen hin. Egal, wo. Blumen sehen immer schön aus und es tut so gut, einen Punkt in der Wohnung zu haben, den man jederzeit ansehen und sich daran freuen kann.
  • Opfere nicht deinen ganzen Stil deinen Kindern. Es gibt Möbel, die habe ich tatsächlich zwischengelagert und die stelle ich nicht mehr auf, bis die Kindergartenphase bei allen durch ist. Trotzdem haben wir auch Möbel, die schön sind – mit dem Risiko, dass sie’s in wenigen Monaten nicht mehr sind.
  • Lass los! Dieses Mantra hilft mir immer und immer wieder. Mein Herz hängt an wenigen Sachen, aber umso mehr schmerzt es, wenn genau diese Dinge Kratzer kriegen oder kaputt gehen. Inzwischen schaffe ich es, in solchen Situationen nicht mehr innerlich durch zu drehen, sondern mir zu sagen: Es. Sind. Bloss. Dinge. Kurz trauern, kurz Abschied nehmen. Und loslassen.
  • Setze dich, wenn du eine kurze Pause und Ruhe hast, an einen Ort hin, an dem es dir wohl ist. Wenn dieser Ort nicht existiert, schaffe ihn dir. Ein Tischchen mit Stuhl und Sicht ins Grüne. Ein Sessel, der so platziert ist, dass du das Chaos im Rücken und was Schönes zum Anschauen vor dir hast.
  • Hänge Bilder auf, die dir gefallen. Obwohl ich das Auswählen und das Platzieren von Bildern als sehr anspruchsvoll erlebe, und gewisse Bilder auch drei Jahre nach unserem Einzug immer noch am Boden stehen, weil ich nicht weiss, ob ich sie wirklich wirklich dort haben will, kann man sich mit wenigen Bildern sehr viel Gutes tun. In unserem Schlafzimmer steht eine ganze Bilderleiste. Wenn ich morgens die Treppe herunter komme, begrüsst mich das Bild mit der Aufschrift «Mut, meine Liebe, Mut». Bilder schaffen Welten und ich bin froh, mir in unseren vier Wänden solche Welten zu kreieren, die den Raum stimmig, schön und ausdrucksstark machen.

Beim Online-Shop Posterlounge durfte ich einige Bilder bestellen, um mir im Wohnzimmer, das mehr uns Eltern als den Kindern gehört, eine weitere Ecke schön einzurichten. Ich habe mich bewusst für wenig Farbe entschieden, die Bilder sind alle in Beige-Schwarz-Weiss-Tönen gehalten. Das passt in das Gesamtkonzept des Raumes und schafft Ruhe.

Die Mischung zwischen Textbildern und gemalten Bildern ist für mich perfekt. Textbilder nutze ich bewusst, um mich im Alltag an das zu erinnern, was mir wichtig ist.

Shalom steht für umfassenden, inneren Frieden. Ausserdem, was früher in Freundschaftsbüchern stand «Gib jedem Tag die Chance, der beste deines Lebens zu werden», steht jetzt auch bei mir an der Wand, einfach etwas schicker und auf Französisch (wir sind ja bitzli französisch angehaucht) «Aujourd’hui peut-être un jour formidable». Denn ich will mehr gute, als schlechte Tage haben. Voilà. Das Bild hinter dem französischen ist unter Gold Fusion zu finden.

Kleine Unplugged-Bemerkung zum Meerbild: Inzwischen wegen (verbotenem) Türzuknallen rund dreimal zu Boden gefallen Hmpf. Aber: Immer noch ganz und jetzt noch zusätzlich mit Klebestreifen an der Wand befestigt. Ist nämlich eines meiner Lieblingsbilder. | Fotos: Corinne Gygax

An der Wand hängen etwas Meerliebe, ein wenig Ausgeglichenheit von Schwarz und Weiss. Sowie in einer zusätzlichen kleinen Ecke, vis-à-vis des Sessels die Tropical Silhouette I von June Vess.

Alles – ausser der dunkle Rahmen, dieses Bild habe ich als Poster bestellt – ist in Echtholzrahmen gefasst und dass man die Bilder auch bei starkem Lichteinfall noch klar sieht, weist darauf hin, dass sie definitiv hochwertig eingerahmt sind.

Ich habe so Freude an dieser kleinen Ecke ‘mich’. Obwohl auf der Wand dahinter beim genauen Betrachten ein krakeliges Kunstwerk sichtbar ist.

Das einzige, nicht gedruckte sondern gemalte Kunstwerk an der Wand. Made by K1, K2 oder K3. Falls jemand auch gerne ein so ein Echtwerk möchte, gerne melden. Startpreis für eine Stunde Wandbemalung liegt aktuell bei 500 CHF… höhö.

IHR KÖNNT GEWINNEN ((WETTBEWERB BEENDET))

Bei Posterlounge kann man zwischen zahlreichen Kunstmotiven, Materialien und Rahmungen wählen. Jedes einzelne Wandbild wird auf Bestellung und in der hauseigenen Kunstdruckerei in Leipzig, Deutschland, gedruckt. Die Rahmen werden passgenau und von Hand gebaut. Der Versand erfolgt europaweit.

Wir verlosen gemeinsam mit Posterlounge 3x 200 CHF Einkaufsgutscheine für Posterlounge. Tragt euch in untenstehendes Formular ein – die Gewinner kontaktieren wir direkt nach dem Auslosen. Viel Glück!

Wettbewerbsbedingungen: Mitmachen bis Sonntag, 13. Dezember 2020. Rechtsweg und Barauszahlung ausgeschlossen, es wird keine Korrespondenz geführt.

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4 Kommentare zu “Wohnen mit Kindern: Kleine Ecken für sich selber gestalten

  1. Hallo, genau so gehts mir auch… Was sich bei uns seit 9 Jahren bewährt hat: ein Spiel/Lego-Tisch in der Stube. So sind die Spielsachen grundsätzlich komprimiert auf diesem Tisch und der Parkettboden ist frei und sichtbar. Die Spielküche darf aber in einem Eggeli stehen, ganz in der Nähe der richtigen Küche natürlich. Und die Bilder/Pflanzen sind so hoch deponiert, dass ich sie in Ruhe bewundern darf, der Kleinste jedoch nicht :-). Danke für euren tollen Blog! L.

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