Sandra – Abenteuer Kochen für Kinder mit Allergien

Mami sein stand immer weit oben auf meiner Wunschliste. Ich hatte mir allerdings nie Gedanken darüber gemacht, wie das dann tatsächlich so abläuft mit Kindern. Im Alltag. Natürlich kreisten diverse Bilder in meinem Kopf, aber die glichen eher einer Toffifee-Werbung mit lachenden, frisch gebürsteten, friedlich spielenden Kindern.

Aber dieses wohlig-warme Gefühl beim Gedanken an ein Baby liess mich nicht los.

Besonders nicht, nachdem ich meinen Traummann getroffen hatte. Im Bus. Seine dunklen Augen bescherten mir den intensivsten ersten Blick, der mich exakt ein Jahr später vor den Traualtar führte. Für uns war schnell klar, dass wir zusammen eine Familie gründen wollen.

Mutig stürzten wir uns ins Abenteuer.

Von der Mama zur Foodbloggerin. Abenteuer Familie war erst der Anfang… | Bild: Eveline Lochmatter

Kurz darauf kam Knirps #1 in unser Leben und ich hängte meinen PR-Job freudig an den Nagel.

Mir gefiel die Entschleunigung die unser Baby mit sich brachte. Ich konnte mich nicht satt sehen, nicht satt riechen an diesem kleinen glucksenden Bündel. Nach genau 18 Monaten folgte Sohn #2 und nochmals 24 Monate später unser Töchterchen.

Rückblickend sehe ich die Zeit, in der die Kinder noch ganz klein waren, durch die rosarote Brille. Ich erinnere mich, wie wir unabhängig von Schule und Hobbys im Sandkasten Tunnel buddelten. Wir bei jedem Wetter raus gingen und ich jede Stunde nahm, wie sie kam. Wie erschöpft ich jeweils nach durchwachten Nächten war, wie traurig und verzweifelt ich war, wenn das Stillen nicht klappte, an das kann ich mich nur vage erinnern.
Meine Kinder lehrten mich in den vergangenen Jahren, nicht zu weit im Voraus zu planen, es zu nehmen wie’s kommt, denn meistens kommt es sowieso anders.

Dank unserem Erstgeborenen bin ich zur Foodbloggerin geworden.

Er reagiert quasi seit Geburt allergisch auf Milch, Ei, Soja, Nüsse und Fisch und die meisten Hülsenfrüchte. Eine Herausforderung. Immer wieder. Aber wir haben uns daran gewöhnt. Entsprechende Rezepte teile ich seit rund drei Jahren auf ​Himbeergelb.​ Die ganze Ernährungsgeschichte hat auch dazu geführt, dass ich sehr bewusst koche und einkaufe. Glücklicherweise koche ich gerne – und wenn man meinem Mann Glauben schenken darf, auch gar nicht so schlecht.

«Oh, fein, Mami, Chürbissuppe!» ruft unser Nachwuchs allerdings trotzdem nicht.

Kochen ist oft frustrierend. Ich höre «Wääh, hani ned gern!» schon bevor das Essen auf dem Tisch steht. Wie gerne würde ich manchmal streiken. Wenn dann aber doch alle satt und zufrieden sind, dann ist es fast so friedlich wie in der Werbung. Aber nur fast.

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