Nadine: Warum ich blogge.

Zwei Kinder und noch nicht so versiert im Mamabusiness – als Nadine damals mit zwei Mamas den Blog «Mamas Unplugged» gestartet hat, ging es ihr ähnlich wie mit dem Kinderkriegen: Einfach mal machen.

Jetzt, fünf Jahre später, ist aus dem spontanen Bloggen eine Plattform geworden, die «nicht einfach so» existiert. Ganz viel Herzblut, durchgemachte Nächte und Ringen um Inhalte, Auftritt und Vision von Mamas Unplugged machen uns zu dem, was wir heute sind.

Warum Nadine immer noch – oder erst recht – ihr Herz mit der Mamas Unplugged Community teilt.

Ich wär so gerne einer dieser Überflieger-Mütter. Die vier Kinder, einen Haushalt, einen Job, eine Beziehung (haha, öppe in der Reihenfolge), Freundinnen, Sport und Freizeit gekonnt unter einen Hut bringt.

Die ihre Kinder mit viel Sanftmut, stets auf Augenhöhe, begleitet. Ihren schnittigen Milf-Körper in auserlesene, saubere Kleidung hüllt. Das Haus dezent dekoriert, jahreszeitengerecht und selbstgebastelt. Kinder, die freudig das machen, was ich für gut befinde und aufs Wort gehorchen (warum assoziiere ich hier einen Hund). So ein rundum Friede-Freude-Eierkuchen-Glück.

Ich wäre sehr sehr gerne offiziell Mama-Performer.

Doch leider ist mein Image nicht performiert, sondern deformiert.

Ui, und wie.

Das merkt man natürlich nicht sofort. Wenn man all die hübschen Bilder sieht auf meinem Insta-Account. Wenn man die Plattform Mamas Unplugged anschaut, und sich denkt: Läck, was kriegt die Frau denn noch alles auf die Reihe?

Lasst euch gesagt sein: Es gibt hier ganz ganz dunkle Stunden.

Ich versuche, euch daran teilhaben zu lassen.

Nicht weil ich den Hang dazu habe, mich in SadoMaso-Manier selbst zu demütigen.

Aber weil ich zutiefst davon überzeugt bin, dass dieser Druck, den Mütter sich machen mit Alles-unter-einen-Hut-kriegen hie, in einen Bleistiftrock Grösse 36 passen da…

Ich bin überzeugt, dass der nur mit einem Mittel bekämpft und besiegt werden kann: Indem wir ehrlich sind.

Wie viele Tränen habe ich geweint, weil ich den Boden unter dem Tisch wieder und wieder und wieder putzen musste. Und vor meinen Augen ein Film abspulte mit lauter Szenen der letzten Tage, in denen ich kaum etwas auf die Reihe gekriegt hatte. Und die Stimme, die mir zuflüsterte: «Jeder andere hat seine Kinder im Griff, nur deine essen wie die Hühner.»

Mamas Unplugged soll die Freundin sein, die mit dir unter dem Tisch sitzt.

Und dir sagt: «Es geht nicht nur dir so.»

Oder – auch gut: Da sind andere (wir) noch schlimmer unterwegs als du.

Wenn deine Kinder um dich herum tigern und «Mir isch längwilig» skandieren, dann hoffen wir, dass dir beim Blick auf unsere Plattform die eine oder andere Idee kommt, was du auf die Schnelle machen könntest, um die Demo zu deeskalieren.

Wenn du vor dem Kühlschrank stehst, der zwar voll ist, aber einfach nicht mit den Sachen, die du in die Pfanne hauen willst. Dann findest du hoffentlich was in unseren Menuplänen, die wir auf Instagram regelmässig hochladen oder in den Rezepten, die wir auf dem Blog haben.

Wenn du alleine im Zimmer stehst – nachdem du die Türe hinter dir zugeschlagen hast – draussen die Kinder am brüllen oder weinen. Dann sind wir die Freundinnen, die dir den Arm um die Schultern legen und dir sagen: «Durchatmen. Abefahre. Du schaffst das. Du machst das im Fall sagenhaft gut. Es ist ok, wenn man zuweilen die Fassung verliert. Der Druck und der Stress und die soziale Interaktion sind gewaltig.»

Als wir mit Mamas Unplugged gestartet haben, ging ich die Sache ungefähr so unbedarft an wie das Kinderkriegen. Einfach mal ehrlich über den Mamaalltag bloggen, war die Devise. Einfach mal sagen, wie es auch ist.

Inzwischen will ich mehr als das.

Natürlich, ich will nach wie vor sagen, wie es ist mit Familie. Wie es ist, Mama zu sein.

Es ist ein wahnsinns Trip, der mich an die unmöglichsten Orten meiner Seele bringt. Sowohl in die höchsten Höhen wie auch in die tiefsten Abgründe. Mein Leben hat sich unendlich ausgedehnt und ist zugleich unendlich geschrumpft.

Ich will, dass sich jede Mama hier verstanden fühlt.

Ich will, dass ihr lachen könnt. Dass wir ob der Verrücktheit gewisser Situationen lachen. Die leichte Schulter, sie tut so gut.

Ich möchte aber auch, dass wir mehr sind als eine Projektionsfläche. Mehr als ein «Oh, denen geht’s genau gleich, schön, sind wir alle im selben Sumpf.»

Ich möchte, dass wir diesen Sumpf, in dem wir uns zuweilen befinden, schön gestalten.

Dass wir einander aufmerksam machen auf das Gute. Dass wir das Leben füreinander erleichtern, indem wir uns gegenseitig ermutigen und unterstützen.

Auf Mamas Unplugged findet ihr immer wieder Ideen, Tipps, Inspiration. Unser Ziel ist, uns und euch damit den Alltag zu erleichtern.

Wir sind keine Überflieger.

Wir machen einfach das, was gerade vor unseren Füssen liegt. Wir nehmen das aus dem Alltag, was uns praktisch, sinnvoll oder unterhaltsam scheint. Wir nutzen unsere Begabungen und Talente. Und das alles zusammen ist Mamas Unplugged. Aus dem Familienalltag für den Familienalltag.

Mamas Unplugged der Tisch, an dem wir sechs Mamas sitzen und über unseren Alltag mit Kindern austauschen.

Ihr dürft euch gerne dazusetzen. Und zuhören.

Ihr dürft aber auch gerne mitreden. Mitmachen.

Dürft eure Talente und eure Ideen mitteilen. Mamas Unplugged soll eine Plattform sein für Frauen, die sich gegenseitig fördern, ermutigen, auferbauen, inspirieren.

Wir wollen Sisterhood online leben. Und freuen uns, wenn ihr weiter Teil von Mamas Unplugged seid.

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5 Kommentare zu “Nadine: Warum ich blogge.

  1. Gratuliere zu eurem 5 -jährigen Jubiläum! Lese den Blog schon seit Beginn, kam ursprünglich durch Mirjam Mettler auf euch. Ich finde ihn so authentisch, kann auch mich darin immer wieder finden und lache ( oder weine) oft mit euch!! Macht weiter so! Veli liebi Grüessli

  2. Merci ihr Mamas!! Zumindest eines deiner Ziele wurde bei mir erreicht: Das Gefühl, mit einer von euch als Freundin unter dem Tisch zu sitzen. So fühle ich mich, seit ich euch kenne und das tut unheimlich gut. Vielen vielen tausend Dank dafür!

  3. liebi Nadine

    So oft habe ich Texte von Dir gelesen und musste Tränen lachen sowie Tränen weinen. Danke für dein deine Ehrlichkeit, dein Herzblut was durch Mamasunplugged fliesst and for being vulnerable.

  4. Herzliche Gratultion zu diesem tollen Blog und MERCI für eure Arbeit. Ich lese seit ziemlich am Anfang mit und eure Beiträge sprechen mich an bzw. sind stehts aus dem Leben gegriffen, das gefällt mir sehr. Meist surfe ich in der Mittagspause (die ist mir heilig) auf euren Blog und nehme so ein wenig am Alltag anderer Mütter teil – Danke.
    Herzliche Grüsse und weiter so, L.

  5. Hey Mädels, ich finde euch total super und liebe es euch zu folgen und zu zuhören! Ich wurde vor 5 Jahren das erste Mal Mami und hatte ca die selben Struggle wie Eveline! Ich fand zuerst Rahel auf FB und durch sie dann später euch! Ich liebe eure humorvollen Texte und eure Ehrlichkeit. Das ist herrlich erfrischend und man fühlt sich einfach verstanden und gleichwertig. Weiter so ihr tollen, tollen MAMIS!!!

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