Läusealarm. Hilfe, mein Kind hat Läuse.

«Ihr Kind hat Läuse, bitte behandeln!» Schockstarre. Läusealarm! Es läuft mir kalt und heiss den Rücken runter. Das darf doch nicht wahr sein!

Kopfläuse – mein persönlicher Albtraum.

K2, der diesen unliebsamen Bescheid mit nach Hause gebracht hat, ist ebenfalls bestürzt und will sofort unter die Dusche, noch vor dem Mittagessen, durchaus im Wissen, dass Duschen nicht hilft. Er ist traurig, dass er mit Kopfläusen nicht mehr kuscheln darf. Aber da kann ich ihn beruhigen. Denn wenn ich an vergangene Nacht denke, Kopf an Kopf im selben Bett, bin ich mir sicher, dass wir bereits ebenfalls von diesen lästigen Viechern befallen sind.

Und beim Gedanken daran fängt meine Kopfhaut unweigerlich an zu jucken.

Ich stürze mich vor den Spiegel, um zu sehen, ob sich da etwas bewegt. Schuppe? Staub? Nisse? Laus?

Ich drücke mir die Nase platt, kann aber doch nicht wirklich etwas erkennen. Auch die Köpfe meiner Kinder werden inspiziert. Aber nur weil ich nichts entdecke, muss dass nicht heissen, dass da nichts ist.

Leicht hysterisch fallen wir in der Apotheke ein und bewaffnen uns mit den empfohlenen Mitteln, um den Läusen den Garaus zu machen. Ha! Das kann ja wohl nicht so schwierig sein, denke ich mir. 15 Minuten Einwirkzeit. Ausspülen. Auskämmen. Fertig.
Denke ich. Noch.

Ich klatsche das Anti-Lausmittel auf die trockenen Haare, auf ein, zwei, drei Köpfe, bis es tropft.

Man soll mit diesem Zeugs nicht sparsam sein, aber ich hab es wohl etwas zu gut gemeint. Das Einschmieren läuft soweit problemlos, sogar bei langen Haaren. Durchatmen.

Nächster Schritt: Schamponieren, ausspülen. Und das dauert. Das Anti-Lausmittel ist äusserst glitschig und lässt sich nur sehr widerwillig auswaschen. Kurz kommt mir der Gedanke die Haare einfach abzuschneiden. Wie früher. Aber ich muss meinen Kindern ein Kränzchen winden: Den Kopf tief in die Badewanne geneigt, schon halb mit Nackenstarre, halten sie durch ohne zu jammern.

Pflegespülung. Ausspülen. Haare trocken reiben. Kämmen. Mit diesem fein gezinkten Kamm. Strähne für Strähne. Abstreifen. Immer wieder dieselben Fragen: Eine Laus? Nissen? Schuppen?

Zinken brechen ab, es rupft an den Haaren (besonders an den langen), die Geduld meiner Kinder ist zu Ende, das Adrenalin in meinen Adern wirkt auch nicht mehr.

Mindestens mit der Lupe sollte doch etwas zu erkennen sein! Nichts. Nada. Niet.

Ich bin ernüchtert. Gleichzeitig auch erleichtert.

Und nun? Ich bin in den darauffolgenden Tagen noch merklich angespannt und werfe immer wieder mal einen misstrauischen Blick auf die Haarpracht meiner Kinder. Nach mehr als zwei Wochen ist endlich wieder alles beim Alten. Da flattert der nächste Läuse-Bescheid ins Haus: «Ihr Kind hat Läuse, bitte behandeln.»

 

Kleine Läusekunde

1. Läuse sind winzige 1-3 mm grosse parasitäre Insekten, die sich von Blut ernähren.
2. Läuse sind kein Zeichen mangelnder Hygiene.
3. Läuse sind nicht gesundheitsschädlich. Aber lästig.
4. Fälle von Kopfläusen nehmen seit einigen Jahren wieder zu.
5. In nur rund der Hälfte aller Fälle entsteht Juckreiz.
6. Kopfläuse halten sich nur in den Kopfhaaren auf.
7. Lausbefall entsteht fast immer durch eine Übertragung von Kopf zu Kopf. Etwa, wenn Kinder zusammen spielen oder in einem Bett schlafen. Kopfläuse können weder springen noch fliegen. Auch eine Übertragung durch Mützen oder Kopfkissen ist unwahrscheinlich

 

Bild: Karina Carvalho

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Ein Kommentar zu “Läusealarm. Hilfe, mein Kind hat Läuse.

  1. Vollstes Mitleid. Ich bin jedes Mal in Panik geraten, wenn diese Zettel aus der Schule kamen! Als neulich K2, bereits erwachsen, Praktikum im Kindergarten, weinend nach Hause kam, war ich der Ohnmacht nahe. Läusealarm!!! Alles draufgepackt, was an Resten der besagten Wässerchen noch da war, dann Entwarnung.
    ….. manche Dinge ändern sich wohl nie.

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